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Im Rahmen der BalticSeaCircle Rally möchte ich nicht nur ein unvergessliches Abenteuer erleben, sondern auch etwas Gutes tun. Die Rally führt auf rund 7500 km um die Ostsee, und ich möchte diese Reise nutzen, um zwei wichtige Organisationen zu unterstützen:
🚲 World Bicycle Relief ( https://worldbicyclerelief.org/de/ )
WBR versorgt Menschen in ländlichen Regionen mit robusten Fahrrädern, die ihnen den Alltag erheblich erleichtern. Ein Fahrrad kann den Schulweg verkürzen, den Zugang zu medizinischer Hilfe ermöglichen oder wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Gemeinsam können wir mit Spenden dazu beitragen, Mobilität und Unabhängigkeit zu schenken!
🌱 GreenForestFund ( https://www.greenforestfund.de/ )
Natürlich geht eine Autoreise über 7500 km nicht ohne Emissionen einher. Deshalb soll ein Teil der Spenden an den GreenForestFund gehen, um die CO₂-Bilanz der Rally auszugleichen. Mit Aufforstungsprojekten schafft der GreenForestFund naturnahe Wälder, die langfristig CO₂ binden und einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Wenn ihr für den Guten Zweck etwas beitragen wollt:
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the rest of the effin’ owl
…folgt im laufe der nächsten Woche. Während der Tour wurden die Tage länger, die Nächte kürzer (pun intended) und die Zeit Bilder zu sortieren und ein paar Texte zu schreiben fehlte.
bis denn,

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10. Stage: Lappland

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664 km, 9 3/4 h, Song of the Day: Getaway – The Music———————————————————–
Der Tag startet mit einer Panne. Der Citroen Berlingo des Team „Flamingo“ hat gestern noch mit Kuchen, Luftballons und Glueckwuenschen seinen 20. Geburtstag gefeiert. Heute Morgen schaut er etwas verkatert aus und haengt auf der Hinterachse stark durch. Die Federung hat aufgeben, vor Ort laesst sich das Problem leider nicht beheben. Da noch nicht abzusehen ist, wann und ob die Flamingos wieder fliegen, zieht einer – Carla – um und reist nun mit mir.
Direkt an der ersten Tankstelle treffe ich die etwas elegantere junge Schwester von Rocinante. Haben die beiden auch sehr verschiedene Wege eingeschlagen, vertragen sie sich immer noch.

Mit allen relevanten Fluessigkeiten befuellt – namentlich Kaffee und Diesel – geht es weiter zur ersten Road Mision des Tages. Es gilt einen Gedenkstein des ‚Magnetic Hill‘ zu finden. Zu Zeiten des zweiten Weltkriegs verlief hier oben eine Versorgungsstrasse ueber die Huegel. Da sich die damaligen Fahrzeuge schwer mit den Steigungen taten, entstand die Legende, dass der Berg magnetisch sei.
Den groben Bereich haben wir bereits gefunden und erspaehen in der Ferne auch einen entsprechenden Huegel. Uns kommen einige Teams entgegen. Wir vermuten, dass Meldungen um die spaerliche Tankstellendichte so manchen verunsichert hat, und lieber eine Detour zum volltanken in Kauf nimmt, statt liegenzubleiben.
Auf dem Huegel angekommen, kommen wir zu einer anderen Erklaerung: wir sind auf dem falschen Huegel. Hier gibt es aber zumindest einen Aussichtspunkt, welcher auf den Richtigen verweisst. An der Strassenqualitaet hat sich seit damals kaum etwas geaendert.


Erstes Tagesziel erreicht!Ab hier wird es nun leider recht eintoenig. Die Strassen verlaufen schnurgerade und sind beidseitig mit dichtem Wald beflankt. Hinter mehreren Reihen Baum lugt ab und an ein See hervor, huebsche Aussichten sind rar.


Gegen fruehen Nachmittag erreichen wir nach einer Woche wieder den Polarkreis. Nebst jenem aber vor allem „Santas Village“.
Zum kleinen Teil Vergnuegungspark – wenn auch aktuell im Sommer viele der Attraktionen geschlossen haben – aber primaer eine der groessten Touristenfallen die ich kenne. Unzaehlige Giftshops und ein nett gestaltetes „Santas Office“. Hier kann man sich fuer nur guenstiege 55 EUR das Bild mit Santa Claus ablichten lassen.



Das sparen wir uns dann doch. Weiter geht es in Richtung Oulu. Zwischendurch geht es einen Abschnitt auf Schotterstrassen weiter, da wir hier die Hauptverbindungsstrasse zur Autobahn ausgebaut ist. Rosi erfaehrt heute ihre wahre Rallye-Taufe.


Problem 
Loesung Bei den Ortsnamen kommt die Vermutung auf, dass das Scrabble-Buchstabensaeckchen wohl aus Finnland kommt, hier allerdings genutzt wurde, um die Siedlungen zu benennen.

In Oulu angekommen steht die zweite Tageschallenge an: Es den Finnen nachmachen und einer der zahlreichen Karaoke-Bars singen. Geht nicht – ich muss noch fahren. Maren und Klas wiederrum sind sich nicht zu schade und liefern!
Danach gibt es noch eine Staerkung der local cusine, dann geht es weiter Richtung Helsinki. Die Strassen fangen an einen zu zermuerben, wir wollen die endlos lang(weilig)en Strassen hinter uns lassen.

Kurz nach Mitter“nacht“ – die Wetter-App behauptet zwar es gaebe nun wieder einen Sonnenuntergang, dunkel wird es allerdings immer noch nicht wirklich – stossen wir zu diversen anderen Teams zum Nachtlager an einem See. Wunderschoener Blick, Millionen von Muecken.
Da der Grossteil bereits schlaeft und ich bei der morgendlichen Pannenhilfe das Bett zurueckgebaut habe, verbringe ich die Nacht auf dem Beifahrersitz.



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9. Stage: > Lappland

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~ 450 km, 8h, Song of the Day: La Breeze – Simian
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Das geniale Wetter von gestern bleibt uns bestehen und wir starten mit 4 Fahrzeugen bei strahlendem Sonnenschein.
Marco kommt wieder mit – inzwischen quasi offizielles Teammember. Die meisten Teams haben schlichtweg keinen Platz fuer einen weiteren Mitfahrer. Uns soll’s recht sein – nur koennte man am Ende denken, dass die Rallye nur von 5 Fahrzeugen gefahren wurde.
Ein wenig komisch fuehlt es sich schon an, dass der Kompass nicht mehr konstant auf Norden steht.
An der Kueste geht es zurueck aufs Festland und dann immer Richtung Suedost.


Kurz nach Start taucht das Auto der Filmcrew vor uns – hier entstehen noch ein paar (hoffentlich) grossartige Aufnahmen.
Weiter geht’s Richtung finnischer Grenze. Ein gutes Stueck vorher biegen wir nochmal zur Kueste nach Trollholmsund ab, die Trolle besuchen.
Hier kommt uns ein Firebird entgegen, also schnell die enge Schotterstrasse blockiert und zur kleinen Fotosession genoetigt.
Das letzte Stueck geht’s zu Fuss weiter. Hier wohnen einige Trolle! Ich leg mich zu einem der groesseren – Powernap muss sein.
Maren und Klas setzen sich zu einem paar Anglern, die wohl ueber ein Bier die Zeit vergessen haben und nun versteinert bis zum Herbst warten muessen – eher wird hier die Sonne nicht wirklich untergehen. Am Strand finde ich noch einen weiteren Mitfahrer – ich taufe ihn ‚Ruediger‘.





Auf Hoehe der Grenze sind wir inzwischen ein Konvoi von 5 Autos, zwischendurch hat sich uns noch ein Volvo angeschlossen. Im Gruppenchat wurde bereits von ausfuehrlichsten Kontrollen berichtet. Nur 3 von uns schaffen es; die anderen beiden werden ausfuehrlichst gefilzt – und fuer eine kleine Dose Pfefferspray ( hat Sinn, wenn man in Gebieten mit Baeren wild campt – sieht Finnland allerdings als Waffe an )empfindlich bestraft. Wir warten mindestens eine halbe Stunde – mir bleibt genug zeit darueber zu sinnieren, wie gross manche Finnen wohl sein moegen …


Als wir endlich wieder weiterkommen, wandelt sich die Szenerie. Die Rentiere bleiben, dafuer wechseln die Strassen die Kurven von der horizontalen auf die vertikale Achse. Das Wetter ist wechselhaft, die dramatischen Wolken sorgen allerdings auch fuer einen natuerlichen HDR-Effekt.
Als wir kurz vor Erreichen des heutigen Etappenziels wieder etwas interessante Strassen haben – und inzwischen einen Konvoi von 8 Fahrzeugen gebildet – wird es nochmal Zeit fuer einen Fototermin.





Zum Abend treffen wir uns beim ‚Artic River Resort‘ – in Campingplatz in Ivalo, denn heute steht eine All-Teams Challenge an. Es gilt moeglichst viele der kleinen Hoelzchen zu verbrennen, von denen jedes Team zu Beginn eines erhalten hat. Schon den ganzen Tag laeuft die „Organisation“ in diversen Chatgruppen. Am Ende treffen sich hier fast die Haelfte aller gestarteten Teams – die Rezeptionistin wirkt inzwischen leicht ueberfordert.
Mit einem glorreichen Bonfire – na gut, so gross war es gar nicht, aber trotzdem ein tolles Event – starten wir den Abend der mal wieder lang werden soll.
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8. Stage: >>> Nordkapp!

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487 km, 9h, Song of the Day: Cari Cari – Summer Sun———————————-
Ich werde geweckt von Hupen. Maren und Klas sind bereits wach, Teams, die wir gestern „Nacht“ ueberholt haben fahren vorbei und gruessen – ein etwas anderer Wecker.
Die Dusche an unserem Platz hier ist sogar kostenlos, auch wenn ich immer noch ein 20 Kronen Stueck mit mit herumtrage. Nach einem kleinen Fruehstueck geht es los, heute mal nicht als Schlusslichter.

Schon bald aendert sich die Landschaft (mal wieder) komplett. Nach einem kurzen Stueck am Fjord entlang schrauben wir uns auf 400 hm.
Hier oben bedeutet das: ueberhalb der Baumgrenze und Schnee. Hier oben ist die erste Tageschallenge zu erfuellen: Die Infotafel ueber das Skorpa-Gefangenlager finden. Steht auf dem Pass auf einer der vielen Aussichtspunkte. Wir fahren vermutlich jeden an, werden dann aber fuendig.
Das Panorama ist grossartig, und wir winken Teams aus beiden Richtungen kommend heran.





Den Parkplatz gefuellt mit Mitreisenden, verweilen wir hier doch unerwartet lange. Es werden Eindruecke ausgetauscht, frische Anekdoten erzaehlt und die Aussicht genossen. Verlaesst eine Gruppe den Platz, kommt meist schon Nachschub.
Als wir dann wieder starten wollen, rollt eine 6-Fahrzeug-Kolonne auf den Platz. Same procedure as last time ? … yeah, sure!
Irgendwann kommen wir dann aber wirklich (wirklich!) los. Ich finde noch ein tolles kleines Andenken im Auto – irgendjemand verteilt her heimlich Polaroids.
Die Karavane setzt sich also in Bewegung weiter Richtung Norden und wir fahren ein gutes Stueck zusammen bis einige Teammitglieder das Beduerfnis nach mehr respektive weniger Fluessigkeiten haben.



An der Tankstelle stehen noch zwei weitere Fahrzeuge – eins mit offener Haube; gehoert nicht zur Rallye, geholfen wird logischweise trotzdem, und wenn es nur das aushelfen mit ordentlichem Werkzeug ist.
Aus immer noch unbekannten Gruenden haben die Beiden einen Globus dabei. Trifft sich perfekt fuer die zweite Challenge des Tages: ein Bild mit einem Globus. Hier war vermutlich die Skulptur am Nordkapp gemeint, aber das Bild hat ja dann wirklich jeder.

Weiter geht’s. Die Rentierdichte nimmt langsam zu. Noerdlich von Alta verlassen wir dann das gewohnte Bild von Seen und Fjorden und landen inmitten einer kargen Eiswueste. Surreale Landschaften.




Beim letzten Kaffeestop vorm Nordkapp treffen wir auf einen Radwanderer. Er faehrt eine sehr aehnliche Route wie wir. Ist nur halt schon Anfang April los und hofft, im September wieder anzukommen. Godspeed and all the best!Endspurt. Wir verlassen die E6 und biegen auf die E69 – die letzte Abzweigung vorm Nordkapp.
Die Landschaft wir karger, die Rentiere mehr. Ein letzter langer Tunnel. Fuer die Verbindung zum hohen Norden, wurde hier ein knapp 7 Kilometer langer Tunnel bis zu 200 m tief unter den Fjord geschlagen.




Das Ziel ist zum Greifen nah! Ich bin ein richtig harter Kerl und auf den letzten Kilometern fliegt mir nur 3x was ins Auge.


Dann endlich angekommen! Lands End.
Oben sind bereits einige andere Teams. Wir beglueckwuenschen uns gegenseitig, mir fliegt nochmal was ins Auge, dann wir es Zeit fuer die Siegerfotos. Eigentlich ist gerade erst Halbzeit, wir fuehlen uns aber alle wie Gewinner.






Nachtlager ist ein kleiner Campingplatz nur unweit des Nordkapp. Der Rezeptionist ist zuerst nicht sehr begeistert von den groesstenteils unangekuendigten Besuchern. „The Bathroom might collapse“. Seine Bedenken gelten der Warmwasserversorgung. Wir versichern ihm, dass wir uns fuer die Duschen abstimmen.
Man kommt doch noch ein wenig ins Gespraech und er empfiehlt uns, unbedingt zur Mitternachtssonne auf den Huegel anbei zu steigen. Da sei ein Weg und es seien nur so 20 Minuten… am Ende sei es dann allerdings kurz ein wenig steiler.Ich bin ueberzeugt, und Simon von den „Inglorious Bartstars“ auch. Wir stecken uns den Whisky ein und beginnen den Aufstieg.
Nach kurzer Zeit kommen diverse Fragen auf:- Weg ?
- nur 20 Minuten ???
- ein wenig steil ?
Entweder in Norwegen hat das alles eine deutlich andere Bedeutung, oder wir haben irgendwas grundlegend falsch verstanden.
Wir kaempfen uns teils auf allen vieren Geroellfelder hinauf. Oben angekommen ( nach deutlich mehr als 20 min ) bietet sich ein grandioser Ausblick, und wir bleiben eine ganze Weile. Man wird ruehr- und redselig – liegt vermutlich an der duennen Luft hier oben.
Auf jeden Fall ein grossartiger Abschluss eines unglaublichen Tages. Als wir irgendwann wieder am Camp ankommen sind alle bereits seit geraumer Zeit in den Zelten verschwunden. Morgen wird’s dann also wieder Richtung Sueden gehen…



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7. Stage: Lofoten > (S)traumfjordbotn

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603 km, 10 3/4 h, Song(s) of the day: Bird · Elephant Tree / Sunbird · Michael Holborn · William Henries
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Wir starten mal wieder etwas spaeter von den Lofoten. Ich, weil ich Schlaf nachholen muss, Maren und Klas habe sich am Vorabend … andere Gruende fuer einen spaeten Start erarbeitet. Kurz vor 10 verlassen wir den Platz bei bestem Wetter.





Naechster Stop: gemuetliches Fruehstueck und vielleicht noch eine Aspirin.
Langsam zieht es zu. Abgesehen davon, dass das Verdeck nun geschlossen werden muss, stoert das nicht weiter, sondern tauch die Lofoten in eine ganz eigene Atmosphaere. Die Landschaft fliegt wie eine Endlossrolle Postkartenmotive an uns vorbei.
Ist noch ein Stueck…
Wir besuchen einen der pittoreskesten Fussballplaetze und rollen dann weiter an den noerdlichsten Punkt der Loften: Hanoy.

In Hanoy angekommen, zwitscher der Sunbird doch deutlich mehr als er sollte. Ich verstehe die Freude ueber die Gegend, ein wenig Bedenken kommen aber doch auf. Mit ein wenig Elbowgrease, der Schwarmintelligenz der Gruppe und ein paar Plastikteilen weniger laesst sich das ganze gluecklicherweise wieder beheben. Zeit haben wir trotzdem nun nur noch mehr verloren.
Der Vogel flattert wieder froehlich voran und wir versuchen die verlorene Zeit aufzuholen. Die Strecke bis Narvik und dann nach Norden haelt hinter jeder Kuppe ein neues Panorama bereit. Vielleicht auch ein anderes Land. Gestartet an den tuerkisen Straenden in Thailand fahren wir durch die Schweizer Alpen, die Waelder Alaskas, an den Seen von Kanada vorbei und durch die schottischen Highlands… ein wenig Norwegen ist wohl auch dazwischen.
Kakteen gibts hier auch 




Oberhalb von Narvik hatten andere Teams bereits Elche und sogar Baeren gesichtet. Wir sind wohl zu spaet dran.
Um 2 Uhr in der frueh kommen wir am (S)traumfjord an und beziehen Lager. Morgen dann endlich Nordkapp!
PS: Hier oben ist alles teuer. Vor allem aber die Grundverpflegung. Fuer 6 Dosen Bier und 3 Schachteln Zigaretten bezahle ich etwa das gleiche wie fuers volltanken. Und der Diesel ist auch nicht guenstig … -
6. Stage: Lofoten > Lofoten

Fast als Letztes Fahrzeug kommen wir noch mit auf die 3:00-Faehre. Vollgeladen mit anderen Teams und auch ob der Uhrzeit klingt so mache Ecke eher nach Saegewerk denn Schiffahrt.
Wir landen in Moskenes an. Da Platz hier auf den Lofoten eher begrenzt ist, faehrt jeder einfach drauf los. Es geht zum Ort mit dem kuerzesten Namen: Å. Reicht wohl aus, wenn man nicht so viele Siedlungen hat.


Der Weg zum Camingspot, auf dem wir uns alle wieder versammeln werden, fuehrt an der Kueste entlang und bietet einen grandiosen Ausblick.




Die Schnupperprobe am Doerrfisch ist nichts fuer sensible Nasen.
Nach nur gut 60 km kommen wir am Campingplatz an: direkt am tuerkisblauen Wasser mit Sandstrand und tollem Panorama. Wenn das Wasser nur nicht so kalt waere.



Als wir gerade aufgebaut haben, wird uns gesagt, dass wir uns auf der falschen Seite des Platzes niedergelassen haben – eine Caravane von halbaufgebauten Dachzelten setzt sich in Bewegung.
Mitten in „unserer“ Camping-area steht ein Camper mit norwegischem Kennzeichen. Als ich spaeter mit ihnen rede, stellt sich raus, dass sie bereits am Vortag darauf hingewiesen wurden, dass hier heute >200 verrückte Deutsche aufschlagen wuerden – they don’t mind. Sie kommen aus Bergen und haben das gleiche Ziel wie wir, lassen es aber gemuetlicher angehen. Mit dem Hinweis darauf, dass es heute Abend wohl recht tumultig auf dem Strand werden wuerde, da noch einige Programmpunkte anstehen meinen sie nur: „Great, Front row seats!“
Das Abendessen gibt’s vom Club, die Getraenke nicht. Ich bestelle mir zum Burger ein IPA und versuche den Wechselkurs zu verdraengen. ~13 EUR fuer ein Bier, schmeckt war lecker, bleibt dann aber auch bei einem.

Um 20:00 startet das Abendprogramm.
1. Programmpunkt: einen Guiness World Record „The longest picknick blanket above the artic circle during midsummer“. Vielleicht etwas spezifisch, aber den Rekord haben wir!
Danach gibt es Wikingerspiele. Even Numbers vs Odd – am Ende gewinnt Even.
Zum Abschluss geht es gesammelt in den Atlantik. Zum Glueck steht ein grosses Feuer am Strand zum aufwaerem bereit.




Der Vorsatz, frueh ins Bett zu gehen und das Schlafdefizit aufzuholen wird verworfen – der Abend wird redselig – und lang.










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5. Stage via Artic Circle nach Bodo

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570 km, 9 3/4 h, Song of the Day: Lovely Day – Bill Withers
——————————————————————-Da wir am Vorabend zu lange und viel …Tee getrunken haben, starten wir spät. Ganz schön hell hier. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass es Rocinante da besser geht, bekommt sie auch eine Sonnenbrille. In Namsos vor “Rock City” gibt’s den ersten Fototermin.



Mit mehr Zeit wäre hier auch ein Besuch drin gewesen, wir müssen nun aber Zeit aufholen. Wir trennen uns wieder für den Tag und sind heute als 3er Karavane unterwegs. Es geht zurück auf die E6 Richtung Norden. Zwischendurch ein kleiner Fototermin und relevante Flüssigkeiten auffüllen. Als wir einen einsamen rasenmähenden Norweger finden, stürzen wir uns auf ihn, um eine der übergreifenden Aufgaben der Rallye zu erfüllen: Hilf einem Skandinavier bei der Gartenpflege. Nach einigen Problemen mit der Verständigung dann großes Gelächter und ein tolles Gruppenfoto. Wir verabschieden uns mit einer Hand voller Ingwerschnaps und ziehen weiter bis Mo I Rana.




Dort gönnen uns italienisch zum Mittag/Abendessen? Es ist inzwischen nach 18:00. Das Zeitgefühl verschwimmt, denn die So ne steht immer noch hoch.



Nächste Station ist der Polarkreis. Nächster Fototermin. Weitere Teams stoßen noch dazu und wir verquatschen einiges an Zeit. Ankunft in Bodo ist nun schon voraussichtlich 23:00.






Ab hier wird die Umgebung nur großartiger. Bergpanoramen wechseln sich mit gewundenen Passstrasse, kristallklaren Seen und einer Herde Rentieren ab. Wir halten häufig.







Als wir endlich den Fähranleger erreichen ist es kurz vor eins. Unsere Fähre geht planmäßig um 6. Wer braucht schon Schlaf. Wir satteln um auf die 3 Uhr Fahrt. Fix in der Warteschlange aufgebruehter Kaffee hält uns wach.
Gegen 06:30 sollten wir die Lofoten erreichen. Dort dann das erste große Zusammentreffen aller Teams.

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4. Stage: Atlantic Highway > Namsos

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476 km, 9 1/4 h, Song of the Day: Highway to Hell – AC / DC
——————————————————————-Am Morgen begrüßt mich strahlender Sonnenschein. Die Jungs nutzen die Chance für eine Wanderung durch den See, ich halte mich ob der Temperaturen lieber zurück. Dann geht’s weiter zum Atlantic Highway. Hallo Atlantik Küste. Hier warten bereits einige Teams, es wird gegrüßt, geschnackt und viel fotografiert.




In Kristiansund Kaffee und Diesel nachfüllen, dann weiter auf der E6 Richtung Osten. Fjord,See,Bergpanorama. Ständig. Wird trotzdem nicht langweilig.
Bei englischer Fahrweise und Marco mit vollem Einsatz entstehen hier diverse geniale Bilder.

Bis in den frühen Nachmittag kommen uns immer wieder Teams der parallel laufenden Viking Sun Rallye entgegen. Der linke Finger bleibt also konstant an der Lichthupe.
In Trondheim erwerbe ich einen neuen Dach Träger. Der alte bedurfte gestern schon Zuneigung und im Laufe des Tages wurde es nicht besser. Eine weise Entscheidung, wie sich noch herausstellen soll.
Ab Trondheim trennen sich die Wege unserer Gruppe. Mario und Sascha wollen Kilometer machen und möglichst früh einen Spot zum Angeln finden. Der Fliegende Teppich sucht noch neuen Tabak für die (im Passat verbaute) Shisha und wollen danach auch zu den Anglern aufschließen. Bastian und Thomas möchten auch die Tageschallenge mitfahren also geht’s mit zwei Fahrzeugen weiter.
Von Trondheim aus wird die E6 zur Autobahn – also für uns ein No-Go. Auf schmalen Schotterpisten geht es durchs Hinterland.

Also wir wieder zurück in die Zivilisation stoßen, schlägt diese mit voller Härte zu. Wir dürfen uns im Stau anstellen. Dazu auch noch Starkregen. This is …

Just in Time schaffen wir es zum Treffpunkt für die heutige Action-Challenge auf einer kleinen Rennstrecke. Es gilt auf Zeit zu fahren. Mit 74 zu 70 Sekunden sind wir gar nicht mal so schlecht.
Da wir die letzten sind, dürfen wir danach noch ein paar Runden zum Spaß drehen. Ich habe etwas zu viel Spaß und vergesse, dass das Auto bis übers Dach beladen ist. Wieder auf dem Parkplatz darf ich die Folgen des Übermuts betrachten: der – zugegebenermaßen recht günstig erworbene – Dachträger hat sich beifahrerseitig komplett vom Dach gelöst.

Gut, dass ich Ersatz dabei hab…

Das Panoramadach hat es nicht zerschlagen und selbst die große Delle im Dach springt wieder in Form, als wir den alten Träger hinunterheben.
Neuen Träger montiert, alles wieder beladen, weiter geht’s nach Norden. Ab Steinkjer nehmen wir die Fv17, die uns über verwundene Straßen durch eine großartige Szenerie führt.
Der Rest der Crew hat bereits einen wunderbaren Platz über halb von Namsos gefunden. Beim Angeln hatten sie leider deutlich weniger Erfolg, also bleibst bei gewohntem Grillgut. Später findet sich auch noch Team “Kiss and Ride” mit ihrem Pontiac zu uns. Es wird ein lustiger und langer Abend. (Daher der Text auch verspätet).





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3. Stage: via Geiranger > Molde

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494 km, 9 3/4 h, Song of the Day: Goin‘ over the Hill – Dead Man
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Disclaimer: ihr erinnert euch an die Venedig-Bilderflut? Das faengt jetzt wieder an… und wird wohl nicht besser…
Gestern Abend wurde das Camp dann doch noch recht voll, am Ende sind wir sieben Teams, die gemeinsam am Mjosa-See uebernachten. So richtig dunkel wird’s inzwischen kaum noch.
Am Lagerfeuer schmieden wir den Plan, die Tour ueber den Geiranger-Fjord nach Molde im Konvoi zu fahren.

Erstmal Nummern tauschen, damit man sich wiederfindet

… und die Route planen
Wir starten und schrauben uns auf kleinen Strassen immer weiter Richtung Norden Richtung Lillehammer. Bald danach startet die erste Tageschallenge: Norwegian Carpool: Tausche ein Teammitglied mit einem anderen Team. Startpunkt ist ein Parkplatz, auf welchem sich schon einige andere Teams sammeln. Hier
habenfinden wir die erste Panne des Tages: ein Porsche ist gestrandet. Der Fliegende Teppich – nun auch bekannt als „die gruenen Engel“ – besteht gluecklicherweise zu 66% aus eingefleischten Schraubern und wir koennen die zickende Benzinpumpe wieder zum arbeiten ueberreden.


Weiter zur Challenge: Da es mir an Teammitgliedern mangelt, geb ich mein Auto weiter und werde Beifahrer bei Team #25. 12 km spaeter wir an der Kirche in Ringebu zurueckgetauscht.


Hier an der Kirche stoesst auch wieder Marco zu uns. Fast waere er in Oslo gestrandet, kam dann aber doch noch zwischen diversem Gepaeck in einem 190er unter. Wir tauschen ein wenig weiter Mitfahrer, mit der Navigation wird sich abgewechselt.
Nach einem kurzen Halt in Heidal und weiterer Pannenhilfe an einem Polo mit zickender Lichmaschine ist das naechste Ziel Lom. Hier sind dann auch erste ‚Reparaturen‘ am eigenen Fahrzeug noetig: Dass ich den Werkzeugkoffer mit auf das Dach verfrachtet habe, quittiert der hintere Traeger mit Biegung. Die Schrauben zum Fixieren des Dachtraegers fangen so langsam an, sich in mein Dach zu arbeiten. Der grosse Meinungsverstaerker bringt hier wieder mehr Stabilitaet und mehr Abstand der Schraubenenden zum Dach.

Ab hier fuehrt uns die Strecke zum Geirangerfjord immer weiter nach oben in die Berge. Bald ueber der Schneegrenze gibt’s ein grossartiges Panorama. So sehr ich die Alpen auch mag … hier verlieren sie.
Das aktuelle Leitfahrzeug wird vermutlich vom Ausblick etwas abgelenkt und wir verpassen fast unsere Abfahrt… oder besser gesagt: Das Leitfahrzeug verpasst die Abfahrt, waehrend der Rest sich auf die Sperrflaechen der Abbiegung retten und warten. Als Fotomotiv taugt unsere kleine Strassensperre auf jeden Fall sehr gut.
Nach einer Schneeballschlacht auf >1000hm sind wir dann auch bald ‚uebern Berg‘ und schrauben uns hinunter ins Tal Richtung Geiranger.









Noch einmal hoch auf ~500hm, dann wird es wieder Flacher. In Eidsal setzen wir mit der Faehre ueber. Wieder an Land sollte es eigentlich nach rechts die Trollstingen Passstrasse entlang gehen, vorbei an der 1100m hohen Trollwand (Trollveggen). Leider ist hier wegen Steinschlaggefahr gesperrt und wird erst am 14.07 wieder geoeffnet. So lang koennen wir nicht warten – leider – also links abbiegen und parallel der Hurtigruten weiter Richtung Norden. Ein Verbesserungvorschlag an Norwegen: Fenster in die Tunnel bauen, sonst sieht man von der genialen Landschaft zu wenig.



Halb zehn erreichen wir die Faehre nach Molde und setzen ueber. Dann noch ein Stueck weiter nach Norden zum heutigen Nachlager. Gegen 11 ist Feierabend fuer heute. Die angekuendigten Nordlichter sehen wir leider nicht. Zum einen zieht es wieder zu, zum anderen ist es einfach zu hell. Es ist inzwischen 01:34 und an grauen Regentagen ist es teils dunkler. Reicht dann auch – Nachti Nachti und bis morgen; dann steht der Atlantic Highway auf dem Weg Richtung Lofoten auf dem Plan.
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2. Stage > ~Oslo

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594 km, 8 1/2 h, Song of the Day: The Passenger- Iggy Pop
————————————————————–Am gestrigen Abend habe ich mir dann noch einen Mitfahrer fuer heute geangelt. Marco – der Tourfotograf – ist ohne Auto unterwegs und suchte einen Platz. Den hab ich! Macht die Navigation einfacher und vielleicht springen ein paar schicke Bilder raus.
Spaeter muss dann noch der Whisky vor der norwegischen Grenze reduziert werden. Ich treffe Mario und Sascha wieder, mit denen ich schon beim Start zusammen stand. Der Abend wird lang – und sehr unterhaltsam. Wir beschliessen, ab hier einfach zusammen zu fahren. Team 127 dann also!
Die erste Tageschallenge – Treasure Hunt: Finde den Schatz im schwedischen Hinterland – wird um 08:30 bekannt gegeben. 08:32 wird er – nicht von uns – gefunden. Lassen wir also liegen.
Nach einem kleinen Fruehstueck geht’s los – unerwarteterweise sind wir nicht die Letzen, die vom Platz rollen. Es geht weiter Richtung Norden die Kueste entlang.
Bis ~Oslo geht es weiter die E6 entlang. Nach Halmstad und Goeteborg biegen wir aber nach Westen ab und besuchen den ersten Fjord. Es geht nach Hamburgsund. Eine der Tageschallenges ist hier einzuloesen: Foto vor der Kirche.

Eine weitere Challenge – 100 km mit einer geoeffneten Dose Surstroemming im Auto fahren – scheitert [leider!] daran, dass Surstroemming saisonal ist und aktuell nicht ueberall zu kriegen ist. Viel Aufwand betreiben wir bei der Suche zugegebenerweise allerdings nicht.

Es geht weiter zur norwegischen Grenze. Vorher wird noch einmal alles mit dem – vergleichweise – guenstigen schwedischen Diesel befuellt. Keine Grenzkontrolle. Andere Teams, die auf kleineren Backroads unterwegs sind, wurden ausfuehrlich auseinandergenommen. Im Chat wird abgestimmt, wer ggf. noch nicht die Freigrenzen ausgereizt hat und ein wenig was transportieren koenne.
In Oslo lasse ich Marco in einem Hostel – morgen faehrt er bei einem anderen Team weiter – und versuche dann wieder zu Team #24 aufzuschliessen.
Wieder beisammen finden wir im zweiten Anlauf unser Nachlager am Mjosa See. Mit etwas Glueck gibt’s Fisch zum Abend.



Morgen sind dann engueltig Schnellstrassen tabu und es geht quer durch Norwegens Gebirge hoch nach Molde. Vermutlich wird’s die letzte Nacht mit Dunkelheit fuer die naechsten Tage.
Ein Kommentar zu „Einmal um die Ostsee“
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Hallo Arne, von Mario habe ich den Link und ich verfolge täglich die abenteuerliche Reise .Blog spannend und Fotos phantastisch.Viel Glück !
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